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Jérôme Franssen

Minister für Unterricht, Ausbildung und Beschäftigung

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Mündliche Frage zum Thema Grundkompetenzen – Antwort von Minister für Unterricht, Ausbildung und Beschäftigung Jérôme Franssen

  • 11. Juni 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Abgeordnete des Parlaments der Deutschsprachigen Gemeinschaft richten regelmäßig Fragen an die Mitglieder der Regierung.


In der folgenden mündlichen Anfrage geht es um das Thema Grundkompetenzen. Jérôme Franssen, Minister für Unterricht, Ausbildung und Beschäftigung in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, hat diese Frage beantwortet.


Nachfolgend die parlamentarische Anfrage sowie die Antwort des Ministers.


Frage:

Was ist – abgesehen von der Entschlackung der Rahmenpläne – Ihr Plan für das neue Schuljahr? Auch mit Blick auf die Grundkompetenzen.


Antwort von Minister Jérôme Franssen:

Die Analyse der Ursachen für die schwachen Grundkompetenzen ist für uns ein zentrales Anliegen und wir begegnen diesen Herausforderungen mit gezielten Maßnahmen:

 

Die Grundkompetenzen – also Deutsch, Französisch und Mathematik – stehen im Mittelpunkt unserer Reformbemühungen.

Die Entwicklungsziele für den Kindergarten sowie die Rahmenpläne für die Primar- und Sekundarschule werden nicht nur überarbeitet, sondern grundlegend neu ausgerichtet.

Dies erfolgt als inhaltliche und strukturelle Neugestaltung, die über eine bloße Entschlackung hinausgeht. 

Ziel ist es, dass die Grundkompetenzen gestärkt werden und hierfür auch mehr Zeit zur Verfügung steht.

 

Stand der Dinge dieser Arbeiten: mit zentralen Akteuren aus dem Bildungswesen haben wir nun einen Konzeptvorschlag ausgearbeitet, der ab Herbst 2025 konkret ausgearbeitet wird. Im Fokus dieser Ausarbeitung stehen zunächst die Grundkompetenzen, nämlich Deutsch, Französisch und Mathematik.

 

Parallel zur inhaltlichen Arbeit werden den Lehrenden gezielte pädagogische Hilfestellungen zur Verfügung gestellt, die direkt im Unterricht eingesetzt werden können. Diese Materialien werden eng mit den neuen Rahmenplänen verzahnt, um so eine möglichst effiziente Umsetzung in den Schulen zu erreichen.

 

Für das kommende Schuljahr ist vorgesehen, ab Herbst 2025 konkrete Arbeitsgruppen einzusetzen. Diese werden – auf Basis der bereits definierten Inhaltsrichtlinien – die Ausarbeitung der Rahmenpläne in den drei Bereichen übernehmen.

 

Unser Ziel ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen, die eine wirksame und nachhaltige Förderung der Grundkompetenzen ermöglichen.

 

Eine dieser Rahmenbedingungen wurde bereits mit dem Handynutzungsverbot in den Schulen geschaffen. Durch diese Maßnahme soll sichergestellt werden, dass die Schüler im Unterricht weniger abgelenkt werden und sich somit besser auf ihr Lernen konzentrieren können. Die daraus resultierende Verbesserung der Lernumgebung trägt somit dazu bei, die Aufmerksamkeit der Schüler auf die zentralen Bildungsinhalte, sprich die Grundkompetenzen, zu lenken.

 

Wir werden zudem ein Pilotprojekt zur systematischen Leseförderung an ausgewählten Grundschulen initiieren.

 

In der Lehrerausbildung an der Autonomen Hochschule Ostbelgien wird der Förderung der Grundkompetenzen in den Didaktikkursen für Deutsch und Mathematik bereits ein hoher Stellenwert eingeräumt. Die Förderung von Lese-, Schreib- und mathematischen Kompetenzen wird zudem praxisnah in den sogenannten „Laboratorien“ entwickelt.

 

Im Zuge der Reform der Lehrerausbildung werden diese Bereiche weiter gestärkt, insbesondere im Hinblick auf diagnostische Kompetenzen der Lehrenden, um eine adaptive, fachdidaktisch fundierte und evidenzbasierte Kompetenzförderung der Kinder basierend auf ihrem individuellen Lernstand zu gewährleisten. Ein fachdidaktisch ausgerichtetes Praktikum im Anfangsunterricht bleibt essenzieller Bestandteil der praktischen Ausbildung der Studierenden.

 

Im Studienjahr 2024/2025 hat die Autonome Hochschule Weiterbildungen zur Förderung der Grundkompetenzen angeboten – drei im Bereich Lesen und zwei im Bereich Rechnen. Auch im kommenden Studienjahr wird die Hochschule hierzu Weiterbildungen anbieten.

 

Auf Grundlage der Ergebnisse der VERA-3-Vergleichsarbeiten 2023 (Deutsch) und 2024 (Mathematik) haben die Fachberatungen und Forschungsbeauftragten der AHS zudem gezielte Weiterbildungen in den Bereichen Deutsch und Mathematik angeboten. Ziel war es, die Resultate einzuordnen und konkrete Maßnahmen zur Förderung abzuleiten.

An diesen Weiterbildungen nahmen sowohl Schulleitungen als auch Lehrkräfte teil.

Daraus entstanden sowohl individuelle als auch schulinterne Unterstützungsangebote, die bedarfsorientiert gestaltet wurden. Im Fach Deutsch werden diese Maßnahmen bereits kontinuierlich umgesetzt (Begleitung von Schulen bei der Entwicklung von schulinternen Lesekonzepten); im Fach Mathematik werden entsprechende Unterstützungsstrukturen im kommenden Schuljahr fortgeführt und weiter ausgebaut.

Jérôme Franssen


 
 
 

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