Mündliche Frage zum Stellenkapital in der Deutschsprachigen Gemeinschaft– Antwort von Minister für Unterricht, Ausbildung und Beschäftigung Jérôme Franssen
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Abgeordnete des Parlaments der Deutschsprachigen Gemeinschaft richten regelmäßig Fragen an die Mitglieder der Regierung.
In der folgenden mündlichen Anfrage geht es um das Thema Stellenkapital in der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Jérôme Franssen, Minister für Unterricht, Ausbildung und Beschäftigung in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, hat diese Frage beantwortet.
Nachfolgend die parlamentarische Anfrage sowie die Antwort des Ministers.
Reform des Stellenkapitals startet mit Pilotphase
Ab dem kommenden Schuljahr beginnt die Pilotphase zur Neuberechnung des Stellenkapitals der Schulen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Ein Teil dieses künftigen Kapitals soll über einen Topf zur sogenannten „Systemischen Förderung" vergeben werden – orientiert an sozioökonomischen Merkmalen der Schülerschaft. Dafür wurden Eltern freiwillig nach ihrem höchsten Bildungsabschluss und der im Haushalt überwiegend gesprochenen Sprache befragt.
Einheitliche Vorgaben, dezentrale Umsetzung
Minister Franssen bestätigt, dass das Ministerium zur Sicherstellung einer einheitlichen Erhebung im Februar und März 2026 mehrere Informationsveranstaltungen für Schulleitungen und Schulträger durchgeführt hat. Ergänzend wurden standardisierte Unterlagen bereitgestellt – darunter ein Musterelternbrief und ein Musterfragebogen.
Erhoben werden ausschließlich zwei Kriterien:
Bildungsabschluss der Erziehungsberechtigten
Im Haushalt überwiegend gesprochene Sprache, sofern diese von der Unterrichtssprache abweicht
Sollten vereinzelt zusätzliche Angaben erfragt worden sein, stellt Franssen klar: Diese entsprachen nicht den ministeriellen Vorgaben und fließen nicht in die Auswertung ein.
Datenschutz: Aggregierte Werte, keine Personenidentifikation
Technisch wird die Verarbeitung über das Schulverwaltungssystem Skolengo abgewickelt. Dort wird lediglich gespeichert, ob ein Kriterium zutrifft oder nicht – keine detaillierten Angaben zu Sprachen oder Abschlüssen. Die physischen Fragebögen sollen nach Datenübertragung vernichtet werden. An das Ministerium übermittelt werden ausschließlich aggregierte Werte auf Schulebene, die keine Rückschlüsse auf einzelne Personen zulassen.
Auswertung noch nicht abgeschlossen
Die Erhebungsphase läuft noch bis Mitte Mai. Abschließende Bewertungen zur Repräsentativität und Belastbarkeit der Daten sind daher zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich. Die Auswertung soll ausdrücklich auch die Qualität der Datenerhebung selbst umfassen – mit der Möglichkeit, das Verfahren für den Regelbetrieb entsprechend anzupassen.






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