Mündliche Frage zum Thema Französisch in der Lehrergrundausbildung – Antwort von Minister für Unterricht, Ausbildung und Beschäftigung Jérôme Franssen
- 12. Sept. 2024
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Abgeordnete des Parlaments der Deutschsprachigen Gemeinschaft richten regelmäßig Fragen an die Mitglieder der Regierung.
In der folgenden mündlichen Anfrage geht es um das Thema Französisch in der Lehrergrundausbildung. Jérôme Franssen, Minister für Unterricht, Ausbildung und Beschäftigung in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, hat diese Frage beantwortet.
Nachfolgend die parlamentarische Anfrage sowie die Antwort des Ministers (12.09.2024).
Frage:
Wie ist die Meinung der Autonomen Hochschule zu der damaligen Entscheidung, Französisch verpflichtend in die Lehrergrundausbildung zu integrieren? Wie stehen Sie dazu?
Antwort von Minister Jérôme Franssen:
Die Entscheidung, die Inhalte der aktuellen Zusatzausbildung Französisch Fremdsprachendidaktik für alle Studierenden des Lehramts Primarschule in die Grundausbildung an der Autonomen Hochschule zu integrieren, wurde von der Vorgängerregierung nach Konzertierung mit der AHS und den zuständigen Fachbereichen des Ministeriums getroffen.
Daran geknüpft ist auch die Anforderung an alle Studierenden des Lehramtes Primarschule, am Ende ihres Studiums mindestens das Sprachniveau B2 in allen vier Kompetenzbereichen (Hörverstehen, Leseverstehen, Schreiben sowie Sprechen) mit 60% zu erreichen. Dies entspricht laut Sprachendekret der “gründlichen Beherrschung” der Sprache.
In diesem Entscheidungsprozess wurden die Vorteile sowie Nachteile, Chancen und Herausforderungen, die diese Anpassung mit sich bringt, besprochen.
Die Reform der Grundausbildung und die damit einhergehende Verlängerung des Studiums betrifft nicht nur den Bereich Französisch: Die Hochschule passt den Studienaufbau und die Inhalte vom ersten Studienjahr an grundlegend an. Für die Studierenden werden verstärkt Lernsituationen in Niveaugruppen geschaffen, um an ihren Sprachkompetenzen zu arbeiten. Nicht zuletzt wird auch die Förderpädagogik in das Studienprogramm aufgenommen.
Die Stärkung der Grundkompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen stehen ganz oben auf der Prioritätenliste - dazu gehört ebenso die Förderung der Mehrsprachigkeit. Diese Themen werden sich kommende Woche auch in der Regierungserklärung wiederfinden. Nichtsdestotrotz kann ich gerne vorgreifen und die Wichtigkeit der Mehrsprachigkeit für Ostbelgien als Grenzregion betonen. Die Verlängerung der Lehrergrundausbildung bietet den Studierenden die Chance in den verlängerten Praxisphasen an ihren individuellen Entwicklungsbereichen zu arbeiten. Während der 4 Studienjahre erhalten sie Chance mögliche unzureichende Französischkenntnisse über Sonderpraktika oder Hospitationen im französischen Sprachbad aufzubessern, sodass sie sich anschließend sicher fühlen den Kindern als Sprachvorbilder gegenüberzutreten. Man muss bedenken, dass es nicht nur um die Beherrschung der Sprache, sondern auch um die dazugehörige Didaktik geht, die im Zuge der Reform mit der Fachdidaktik anderer Studienfächer in direkten Bezug gesetzt werden kann.
Außerdem kann es in der Berufseinstiegsphase für Junglehrer sehr belastend sein berufsbegleitende langwierige Zusatzausbildungen, wie bspw. Förderpädagogik oder Französischdidaktik zu belegen, wo man doch eigentlich die nötige Zeit benötigt zur Einarbeitung und Unterrichtsvorbereitung. Die Absolventen erfüllen künftig automatisch über die integrierten Zusatzausbildungen bei ihrem Abschluss die Titelbedingungen für eine unbefristete Einstellung und haben somit den Kopf frei, den Fokus auf die intensive Berufseinstiegsphase zu legen.
Den Schulen wiederum steht es gemäß ihrer Gestaltungsautonomie selbstverständlich frei für den Fremdsprachen- und Sachunterricht in Französischer Sprache native speaker einzusetzen.
Wenn die Maßnahmen zur Förderung der Fremdsprachen ihre Früchte tragen, bin ich zuversichtlich, dass die zukünftigen Studierenden das Niveau B2 nach Abschluss von 4 Studienjahren bewältigen können.






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