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Jérôme Franssen

Minister für Unterricht, Ausbildung und Beschäftigung

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Mündliche Frage zum Thema Kinderschutz – Antwort von Minister für Unterricht, Ausbildung und Beschäftigung Jérôme Franssen

  • 5. Feb.
  • 2 Min. Lesezeit

Abgeordnete des Parlaments der Deutschsprachigen Gemeinschaft richten regelmäßig Fragen an die Mitglieder der Regierung.


In der folgenden mündlichen Anfrage geht es um das Thema Kinderschutz an Sekundarschulen der DG. Jérôme Franssen, Minister für Unterricht, Ausbildung und Beschäftigung in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, hat diese Frage beantwortet.


Nachfolgend die parlamentarische Anfrage sowie die Antwort des Ministers.


Frage:

Gibt es bereits für alle pädagogischen Einrichtungen der Deutschsprachigen Gemeinschaft verbindliche Leitlinien / Mindeststandards zum Thema Kinderschutz?


Antwort von Minister Jérôme Franssen:

Das Dekret vom 31. August 1998 über den Auftrag der Schulträger und des Schulpersonals sowie über die allgemeinen pädagogischen und organisatorischen Bestimmungen für Regel und Förderschulen legt für alle Schulen verbindliche Bildungsziele fest. Dazu zählen die Entfaltung des Kindes, seine Sozialisierung, die Achtung seiner Identität sowie die Förderung sozialemotionaler Kompetenzen. Diese Zielsetzungen bilden den gesetzlichen, verbindlichen und verpflichtenden Rahmen für eine kindgerechte und sichere Lernumgebung, ohne jedoch konkrete Umsetzungsformen vorzuschreiben 

 

In Kapitel II des Dekrets wird der Auftrag der Gesellschaft an die Schulträger und das Personal definiert. Unbedingte Grundlage jeder Bildungs und Erziehungsarbeit, so steht es in Artikel 5, ist die Anerkennung und Einhaltung der Menschenrechte über die universelle Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen und die Europäischen Konvention zum Schutz der Menschenrechte. In Artikel 6 ist die Förderung der Persönlichkeitsentwicklung festgelegt: Die Schule begleitet die Reifung der Lernenden, stärkt ihr Selbstvertrauen und unterstützt eigenverantwortliches Handeln. Artikel 7 unterstreicht die Achtung vor Mitmenschen und Umwelt.

Der Schutz des Kindes ist in diesem Kapitel implizit, aber unmissverständlich enthalten.

 

Das pädagogische Handeln im Kontext des Kinderschutzes leitet sich aus den Artikeln 97 und 98 ab, die die Aufgaben des Schulpersonals beschreiben.

 

Es gehört also zum Auftrag von Schulen und Unterrichtspersonal, mit eigenen Programmen und Maßnahmen für den Kinderschutz im Schulalltag Sorge zu tragen. 

 

Mit der Weiterentwicklung der Angebote von Kaleido hat die Deutschsprachige Gemeinschaft eine Basis für die Präventionsarbeit geschaffen. 2023 wurde das Präventionsprogramm „Echte Schätze“ in ostbelgischen Kindergärten eingeführt. Daraus entstand das erweiterte Angebot „Stark & Beschützt“, das Gewaltprävention und Kinderschutz an Schulen umfassend abdeckt. Kaleido bietet hierzu Schulungen, Beratung, Projekte auf Kind-Ebene sowie Unterstützung beim Aufbau eigener Schutz‑ und Präventionsstrukturen – einschließlich Materialien, Fortbildungen und Prozessbegleitung an. Dies war Gegenstand der von Ihnen erwähnten gut besuchten Vortragsveranstaltung mit Prof. Maywald.

 

Eine Grundschule führt das Programm „Echte Schätze“ regelmäßig jedes Schuljahr durch, eine weitere hat es einmalig umgesetzt. Die begleitete Entwicklung eines Schutzkonzepts – einschließlich Verhaltenskodex und konkreter Schutzmaßnahmen – wird derzeit von einer Grundschule genutzt; eine zweite beginnt im August 2026.

 

Noch gestern hat eine allgemeine Schulleiterversammlung zu der Thematik Kindeswohlgefährdung und Zusammenarbeit mit den Unterstützungsdiensten Kaleido und dem Fachbereich Jugendhilfe stattgefunden, bei der die Thematik intensiv besprochen wurde. Dabei wurde ein reges Interesse und der Wille zu einer intensiveren Zusammenarbeit zum Ausdruck gebracht. In den jeweiligen Netzen wird diese Thematik nun vertieft. Ich schließe in diesem Zusammenhang nicht aus, dass die Regierung in Zusammenarbeit mit den Schulträgern und Schulen eine gemeinsame Vorgehensweise bei der Umsetzung beschließen wird.

 

Ferner möchte ich auf die zweitägige Schulung an der Autonomen Hochschule am 19. und 21. Mai hinweisen, die allen interessierten Fachkräften offensteht. Mit dieser Weiterbildung möchte Kaleido weiter sensibilisieren und weitere Schulen für das Programm gewinnen.

Minister Jérôme Franssen

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