Mündliche Frage zum Thema Fach Politische Bildung – Antwort von Minister für Unterricht, Ausbildung und Beschäftigung Jérôme Franssen
- 12. März 2025
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Abgeordnete des Parlaments der Deutschsprachigen Gemeinschaft richten regelmäßig Fragen an die Mitglieder der Regierung.
In der folgenden mündlichen Anfrage geht es um das Thema Fach Politische Bildung. Jérôme Franssen, Minister für Unterricht, Ausbildung und Beschäftigung in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, hat diese Frage beantwortet.
Nachfolgend die parlamentarische Anfrage sowie die Antwort des Ministers.
Frage:
Wie stellen Sie sicher, dass politische Bildung im fächerübergreifenden Ansatz tatsächlich altersgerecht strukturiert verbindlich vermittelt wird, wenn sie nicht als eigenständiges Fach verankert ist?
Antwort von Minister Jérôme Franssen:
Politische Bildung ist an den Grund- und Sekundarschulen (allgemeinbildende, technische und berufsbildende Unterrichtsformen) eine Aufgabe der gesamten Schulgemeinschaft und somit ein Querschnittsauftrag in allen Unterrichtsfächern. Die zentrale Bedeutung von politischer Bildung teile ich voll und ganz.
Es ist aus meiner Sicht nicht zielführend, den Erwerb politischer Kompetenzen auf ein Einzelfach von 50 oder selbst 100 Minuten pro Woche zu beschränken.
Wir sollten politische Bildung nicht isoliert betrachten, sondern in möglichst viele Fächer integrieren. Den fächerübergreifenden Ansatz halte ich daher für den bestmöglichen, um unseren Schülern auf einer ganzheitlichen Ebene Kompetenzen zum Verständnis und Umgang mit politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen zu vermitteln.
Natürlich bedarf es bei der Umsetzung der altersgerechten und verbindlichen Vermittlung der politisch-demokratischen Bildung in unseren Schulen einer besonderen Unterstützung. Dafür stehen die Fachberatung politisch-demokratische Bildung an der AHS, der rahmenplanorientierte Leitfaden für die politisch-demokratische Bildung und die im Bereich der politisch-demokratischen Bildung tätigen Middle Manager an Sekundarschulen als Schlüsselelemente zur Verfügung.
Allerdings ist der derzeitige Leitfaden zur politisch-demokratischen Bildung nicht verbindlich. Dies führt dazu, dass die Priorisierung und Umsetzung von Schule zu Schule oder gar von Lehrer zu Lehrer stark variieren kann.
Aus diesem Grund werden wir einen verbindlichen, fächerübergreifenden Rahmenplan zur politischen Bildung festlegen und dem Parlament zur Abstimmung vorlegen.
Dieser soll sicherstellen, dass politisch-demokratische Bildung in allen Schulen gleichermaßen gefördert wird, um so allen Schülern ein gemeinsames Fundament an gesellschaftlichen und politischen Werten zu vermitteln und sie zu einem kritischen Blick zu befähigen. Es geht um Wissen, Kompetenzen und Haltung, die im Unterricht immer eine Rolle spielen.
Was ihre letzte Frage betrifft, so können Schulträger und ihre Sekundarschulen, unter Berücksichtigung der rechtlichen Vorgaben und mittels Antrag, die Einführung neuer Stundenraster oder die Anpassung von bereits genehmigten Stundenrastern, Studienrichtungen und/oder Fächern mit den diesbezüglichen Lehrplänen bereits jetzt umsetzen.
Im Rahmen der Schulautonomie ist es Schulen wie der PDS somit möglich, modellhafte Initiativen eigenverantwortlich zu entwickeln und auf Grundlage der geltenden Verfahren zur Genehmigung einzureichen.






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