top of page
Kopfzeile.png

Jérôme Franssen

Minister für Unterricht, Ausbildung und Beschäftigung

Jérôme Franssen

Minister für Unterricht, Ausbildung und Beschäftigung

Minister für Unterricht, Ausbildung und Beschäftigung

Jérôme Franssen

PDG.jpg

Schriftliche Frage zum Thema Feedbacksystem der Primar- und Sekundarschulen – Antwort von Minister für Unterricht, Ausbildung und Beschäftigung Jérôme Franssen

  • 26. Feb. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Abgeordnete des Parlaments der Deutschsprachigen Gemeinschaft richten regelmäßig schriftliche Fragen an die Mitglieder der Regierung.


In der folgenden schriftlichen Anfrage geht es um das Thema Feedbacksystem der Primar- und Sekundarschulen. Jérôme Franssen, Minister für Unterricht, Ausbildung und Beschäftigung in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, hat diese Frage beantwortet.


Nachfolgend die parlamentarische Anfrage sowie die Antwort des Ministers (26.02.2025).


Frage:

Findet am Ende des ersten Sekundarschuljahres eine Analyse statt, die rückblickend untersucht, aus welcher Primarschule die Schüler und Schülerinnen gekommen sind? (Feedbacksystem)


Antwort von Minister Jérôme Franssen:

Eine Analyse, die rückblickend untersucht, aus welchen Primarschulen die Schülerinnen und Schüler gekommen sind, findet nicht statt. Folglich gibt es keine Auswertung.


Frage:

Erhalten die Lehrer der Primarschulen ein Feedback von den Lehrern der Sekundarschulen, wobei ersichtlich ist, an welchen Stellen eine gute Basis vorhanden ist und ob es Punkte/Fächer gibt, bei denen Verbesserungsbedarf besteht?


Antwort von Minister Jérôme Franssen:

Es existiert kein standardisiertes, systematisches Feedbacksystem, das objektive und generalisierbare Rückmeldungen für Lehrkräfte generiert. Dies liegt nicht an mangelndem Engagement oder fehlendem Interesse der Beteiligten, sondern an methodischen Herausforderungen bei der Entwicklung und Implementierung eines solchen Systems.

 

Ein wissenschaftlich fundiertes Feedbacksystem müsste die zentralen Gütekriterien der empirischen Forschung – Objektivität, Reliabilität und Validität – erfüllen. In der schulischen Praxis sind diese Anforderungen jedoch schwer umsetzbar:

 

-         Objektivität: Rückmeldungen müssten unabhängig von subjektiven Einschätzungen und schulischen Rahmenbedingungen vergleichbar sein. In der Praxis beeinflussen jedoch zahlreiche, wie sie in der Forschung genannt werden, Störvariablen (z. B. soziale Erwünschtheit) die Ergebnisse und erschweren eine objektive Messung über die Schulen und Klassen hinweg.

 

-         Reliabilität: Ergebnisse müssten reproduzierbar sein, d. h., identische Klassen unter gleichen Bedingungen müssten geschaffen werden, um vergleichbare Rückmeldungen zu erhalten. Dies ist aufgrund individueller Lehrmethoden, Schülerindividualität, Schulkonzepte, Klassenzusammensetzungen und pädagogischer Rahmenbedingungen kaum realisierbar.

 

-         Validität: Das System müsste tatsächlich die Qualität der Grundlagenvermittlung im Primarbereich messen. Der schulische Erfolg in der Sekundarstufe hängt jedoch von zahlreichen Faktoren ab, darunter individuelle Lernvoraussetzungen, familiäre und sozioökonomische Hintergründe oder auch entwicklungspsychologische Unterschiede. Insbesondere im Kindesalter bestehen erhebliche interindividuelle Unterschiede in der kognitiven und sozialen Entwicklung, die eine direkte Vergleichbarkeit einschränken.

 

Ein solches System könnte zwar ein Meinungsbild liefern, jedoch keine belastbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse generieren, die eine systematische Anpassung von Lehrmethoden rechtfertigen würden.

 

Die Implementierung eines wissenschaftlich fundierten Feedbacksystems zur qualitativen Bewertung der Primarbildung scheitert an methodischen und praktischen Herausforderungen. Die Vielzahl an Einflussfaktoren führt zu ungenauen und kaum interpretierbaren Ergebnissen, sodass ein solches System in der Praxis nicht zuverlässig umsetzbar wäre. 

 

Das Bildungsmonitoring befindet sich derzeit im Aufbau. Die genauen Parameter und Kriterien sind noch festzulegen und werden analytische Auswertungen ermöglichen. 


Frage:

Gibt es eine Analyse, welche Primarschulen mit digitalen Endgeräten ausgestattet sind?


Antwort von Minister Jérôme Franssen:

Die Ausstattung der Primarschulen erfolgt über das wallonische Projekt „école numérique“ oder über direkte Zuschussanträge im Ministerium.

 

Der Plan „École numérique“ ermöglicht es den Schulen, die sich dafür qualifizieren, in der Wallonie von digitaler Bildungsausrüstung und/oder interner Konnektivität zu profitieren, die von der Wallonie finanziert werden. Die im Rahmen dieses Plans entwickelten Maßnahmen sind Teil des Programms „Digital Wallonia 4 Education“. Dieses Programm fördert die Digitalisierung in der Schule, indem es das Lernen und die Integration digitaler Kompetenzen aller Bürger von klein auf unterstützt. Die Schulstandorte, die die Finanzierung der Wallonie für diese Maßnahmen in Anspruch nehmen möchten, müssen zunächst ein Kataster ausfüllen und unter anderem Angaben zur Anzahl der Tablets, PCs, interaktiven Tafeln und Projektionsgeräten machen. Die Anmeldephase lief am 31. Januar 2025 aus.  Wir haben in der wallonischen Behörde um eine Auswertung des Katasters gebeten und werden Ihnen die Informationen nachliefern, sobald sie uns vorliegen.

Ich weise darauf hin, dass eine bloße Auflistung der Anzahl digitaler Geräte oder der Nutzungszeiten keinen hinreichenden Einblick in die tatsächliche Qualität des digitalen Lernens geben würde. Dazu bedarf es weitergehender Analysen.

Zur Nutzung der Geräte liegen aufgrund der verbreiteten Nutzung von Mobile-Device-Management-Lösungen (MDM) gewisse analytische Informationen vor. Beispielsweise sind Prozentangaben zu den am häufigsten verwendeten iOS-Apps abrufbar. Allerdings sind nicht alle iPads im MDM registriert, sodass die statistischen Informationen nur begrenzt aussagekräftig sind.

 

Auch Aussagen zum tatsächlichen Einsatz der Geräte im Unterricht sind nur eingeschränkt möglich. 


Minister für Unterricht, Ausbildung und Beschäftigung Jérôme Franssen

Kommentare


bottom of page