Schriftliche Frage zur WifO- Entwicklung von “Wissenschaft für Ostbelgien“ – Antwort von Minister für Unterricht, Ausbildung und Beschäftigung Jérôme Franssen
- 24. Feb. 2025
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Abgeordnete des Parlaments der Deutschsprachigen Gemeinschaft richten regelmäßig schriftliche Fragen an die Mitglieder der Regierung.
In der folgenden schriftlichen Anfrage geht es um die WifO- Entwicklung von “Wissenschaft für Ostbelgien“. Jérôme Franssen, Minister für Unterricht, Ausbildung und Beschäftigung in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, hat diese Frage beantwortet.
Nachfolgend die parlamentarische Anfrage sowie die Antwort des Ministers (24.02.2025).
Frage:
Welche Projekte wurden seit 2019 durch WIFO begleitet ?
Antwort von Minister Jérôme Franssen:
Durch eine trilaterale Vereinbarung zwischen der Universität zu Köln, der Katholischen Universität Löwen und der Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft vom 7. Februar 2019 wurde das 2015-2016 initiierte Projekt “Wissenschaftliches Institut Ostbelgien“ (WifO) mit Wirkung zum 1. Januar 2019 auf eine administrativ vereinfachte Struktur zugeschnitten und zugleich anderen Universitäten und Hochschuleinrichtungen für ostbelgische Projekte geöffnet. Das reformierte Projekt “Wissenschaft für Ostbelgien“ wurde in der Folge durch eine Mitarbeiterin im Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft als Teilzeitaufgabe betreut.
Die Zielsetzung des Projektes sieht insbesondere vor:
- die fortgesetzte Bereitschaft der Katholischen Universität Löwen und der Universität zu Köln zu Forschungstätigkeiten in allen Angelegenheiten, die zum Kompetenzbereich der Regierung und des Parlaments der Deutschsprachigen Gemeinschaft gehören, oder die für Ostbelgien, seine Einwohner und Betriebe besondere Relevanz haben;
- die Aufgabe, als eine koordinierende Anlaufstelle und Plattform für Anfragen im Bereich der wissenschaftlichen Forschung seitens von Einzelpersonen, Unternehmen oder Einrichtungen aus Ostbelgien oder mit Bezug zu Ostbelgien zu dienen.
Die vorerwähnte Vereinbarung wurde für eine Mindestlaufzeit von einem Jahr unterzeichnet und ist nicht befristet.
Der Verweis auf die universitären Partner im Projekt WifO darf aber objektiv nicht darüber hinwegtäuschen, dass sowohl die anfänglich im Projekt WifO involvierte VoG Wirtschaftsförderungsgesellschaft Ostbelgien und in deren Nachfolge der Fachbereich Ausbildung und Unterrichtsorganisation des Ministeriums der Deutschsprachigen Gemeinschaft selber keine wissenschaftliche Einrichtungen sind.
Die Grundidee des vor einem Jahrzehnt angedachten Projekts einer Mittlerrolle zwischen einerseits wissenschaftlichen Instituten renommierter Universitäten und andererseits ostbelgischen Einrichtungen, Unternehmen und Behörden ist zwischenzeitlich in die Jahre gekommen. Sie verkennt im Grunde mittlerweile die heutige Vielzahl an frei zugänglichen Informationen der Universitäten via Internet und zudem den Vorteil der unmittelbaren Kontaktaufnahme hiesiger Interessenten mit Forschungseinrichtungen, Hochschul- und Universitätsdozenten, sowie die Mobilität heutiger Unternehmensführungen. Diese streben eher direkt die eigentliche Quelle einer möglichen Zusammenarbeit bzw. Beratung an, als über eine zwischengeschaltete, nicht-wissenschaftliche Plattform einer VoG oder einer Behörde zu gehen.
Zwischen 2017 und 2024 wurden 8 Stipendien für wissenschaftliche Forschungsprojekte im Sinne des Artikels 4 des vorerwähnten Dekrets gefördert.
Die insgesamt geringe Anzahl an WifO-Anfragen seit 2019 gab in der Folge keinen Anlass zu separaten Jahresberichten. Im Rahmen der jährlichen Haushaltsberatungen zum Organisationsbereich 30 Programm 19: Studienbeihilfen, Stipendien und wissenschaftliche Forschung wurde dazu auf Nachfrage berichtet.
Das verhaltene Interesse an der Mittlerrolle des Projektes WifO zwischen universitären Einrichtungen und hiesigen Einrichtungen, Unternehmen und Behörden kontrastiert aber zu den Erfolgszahlen des beschäftigungs- und ausbildungspolitischen Projektes BRAWO (Berufliche Weiterbildungsoffensive). BRAWO wurde kurz nach Übernahme der regionalen Zuständigkeit “Beschäftigung“ als Alternative zum “chèque formation“ der Französischen Gemeinschaft für die hiesigen Selbstständigen und Beschäftigten konzipiert und hat sich zu einem Erfolgsmodell fortentwickelt.
So wurden beispielsweise 2021 insgesamt 874, 2022 insgesamt 989 und 2023 insgesamt 960 BRAWO-Anträge gestellt. Ein Teil dieser Anträge betreffen Seminare und Schulungen für Selbstständige und Mitarbeiter von Unternehmen, die von Universitäts- und Hochschul-Instituten sowie deren wissenschaftlichen Lehrbeauftragten auf dem Weiterbildungsmarkt angeboten werden. BRAWO eröffnet unspektakulär einen unverbindlichen und unbürokratischen (Erst-) Kontakt der hiesigen Wirtschaft mit Forschungsbeauftragten von Hochschulen und Universitäten.
Es liegt auf der Hand, dass WifO im Zeitmanagement der Kontaktperson im MDG nur eine sehr marginale Rolle spielt. Der Fachbereich Ausbildung und Unterrichtsorganisation gewährleistet aber zu den Sachgebieten Studienbeihilfen, Stipendien, DuO-Förderung, BRAWO, bezahlter Bildungsurlaub usw. artverwandte Dienstleistungen, an denen die vorerwähnte Mitarbeiterin aktiv partizipiert.
Abschließend sei erwähnt, dass auch die neue DuO-Fördermaßnahme Zugänge zu wissenschaftlichen Ausbildungs- und Forschungsthemen eröffnet. Alleine im Ausbildungsjahr 2024-2025 erfolgten 45 Zusagen der Deutschsprachigen Gemeinschaft für medizinische Langzeit-Ausbildungen an renommierten Hochschulen und Universitäten.






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